Das Mobil-Tan-Verfahren gilt in der Fachwelt als ausgesprochen sicher. Doch wie die jetzt bekannt gewordene Angriffswelle zeigt, kann auch dieses Verfahren ausgehebelt werden. Dies geschieht dann, wenn das Angriffsopfer sein Mobiltelefon beziehungsweise seinen PC nicht ausreichend vor Angriffen geschützt hat.
Drohung mit Kontosperrung
Publik gemacht wurde die neue Angriffswelle durch das auf die Sicherheit von Online-Geldgeschäften spezialisierte amerikanische Unternehmen Trusteer. Demnach funktioniert die von den Internetkriminellen verwendete Methode folgendermaßen:Sobald sich ein Angriffsopfer zum Onlinebanking anmeldet und eine Überweisung in Auftrag gegeben hat, wird nach der Übersendung der TAN ein Text eingeblendet. In diesem wird behauptet, dass vor der Überweisung ein Sicherheitscheck erforderlich sei.
Dazu solle man die soeben übersandte TAN in ein in der Einblendung enthaltenes Feld eingeben. Um dem Opfer Druck zu machen, wird behauptet, dass der Nutzer nur einen Versuch habe. Befolge dieser die Anweisung nicht, werde das Konto vorübergehend gesperrt.
Dieser Aufforderung sollte man unter keinen Umständen folgen. Denn andernfalls gewährt man den Betrügern einen Zugriff auf sein Konto. Diese nutzen es schamlos für Überweisungen auf ein Geldkurierkonto, um dann das gestohlene Geld verschwinden zu lassen.
Für ausreichenden Schutz sorgen
Möglich ist der Angriff, weil es den Kriminellen zuvor unbemerkt gelungen sein muss, einen Trojaner auf den Rechner beziehungsweise auf das Smartphone ihrer Opfer einzuschleusen. Das wiederum ist nur dann möglich, wenn diese ihre Systeme nicht ausreichend durch ein Antiviren-Programm geschützt haben.Unabhängig davon verwenden Geldinstitute niemals ein Verfahren der beschriebenen Art, um mögliche Unstimmigkeiten beim Onlinebanking zu klären. Wer sich mit einer derartigen Aufforderung konfrontiert sieht, sollte den Vorgang daher abbrechen und seinen Computer beziehungsweise sein Smartphone umgehend durch ein auf dem neuesten Stand befindliches Antiviren-Programm auf Schädlinge überprüfen lassen.
Nach Angaben eines Trusteer-Experten ist es äußerst schwer, den Angriff seinem Geldinstitut gegenüber nachzuweisen. Denn nach einem Diebstahl setze der Schädling eine ausgeklügelte Methode ein, um sämtliche Hinweise auf die betrügerische Transaktion zu verschleiern.
von Wolfgang A. Leidigkeit, gefunden auf www.versicherungsjournal.de